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Lotus zählt zu den seltensten Fasern der Welt. Sie wird aus dem Stängel der Lotusblume gewonnen. Für die Kollektion wurde indischer Lotus (Nelumbo nucifera) vom Inle See in Myanmar verwendet. Dort gedeiht er unter idealen klimatischen Bedingungen und fern von schädlichen Umwelteinflüssen. Die Stängel werden aufgeschnitten, die Filamente extrahiert und zu einem klebrigen Ziehfaden rolliert. Das lose Ende wird an einer Spule befestigt und mit dem nächsten Ziehfaden verzwirbelt. Mit Reisstärke befeuchtet wird der Faden auf Holzrädern zu einem geschmeidigen Garn versponnen. Anschliessend wird es von Hand mit Seide verwoben. Im Heimatwerk Zürich Oberland werden die besten Stücke ausgewählt, mit einem filigranen Hohlsaum veredelt und konfektioniert.

Ein Lotusfilament hat mit einem Durchmesser von 2,6 μm bis 4,0 μm eine Feinheit, die in der Natur nur selten vorkommt. Lotusgarn absorbiert Feuchtigkeit, leitet Körperwärme ab und erzeugt ein Gefühl von samtener Wohligkeit. Es ist robust, besitzt aber wenig elastische Dehnung. Wegen der geringen Verformbarkeit und leichten Brüchigkeit kann das Garn nur von Hand bei niedriger Geschwindigkeit und geringem Druck verwoben werden.

In einem Schal von Valma werden rund 3500m Lotusgarn von etwa 8750 Lotusstängeln verwoben.

 

Die Exklusivität von Lotusgarn offenbart sich in seinen textilen Eigenschaften und dem aussergewöhnlichen Farbspiel. In Abwechslung von Lotusgarn und Seide entsteht ein hauchfeines, geschmeidiges Gewebe, das durch seine farblichen Nuancen und natürlichen Unregelmässigkeiten die Sinne betört.

 

Zauberhaft und sinnlich ist das Material auch in seiner Symbolik. Dem erdigen Schlamm entwachsen, strebt die Pflanze zum Licht, durchbricht die Oberfläche und entfaltet ihre makellose Blüte. Der Lotus zeichnet den buddhistischen Weg vom Beginn bis zur spirituellen Erleuchtung nach und wird deshalb als heilig verehrt.

Indische Legenden behaupten, dass die Lotuspflanze ein göttliches Geschenk an die Menschen war. Im Nationalepos Mahabharata wird überliefert, wie der erste Stammvater den Menschen das Weben beibrachte: „...aus dem See der Millionen Lotusblumen brachte Manu Vaivasvata die Ernte zu den Menschen…dann holte er glänzende feine Fäden aus dem Herzen des Lotus heraus, verband diese auf wunderbare Weise zu ei-nem Faden und lehrte ihnen ein Garn höchster Güte zu machen…für das Geheimnis des Webens machten die Menschen zum Dank Stoffe für die Götter…wer das Geheimnis der Herstellung nicht kannte, dem zerbrach jeder Faden…nur der Flügel eines Schmetterlings ist feiner und leichter als der göttliche Lotusfaden…"

 

 

 

Das Lotusgarn wird am Inle See im Einklang mit der Natur ohne Zusatz von Chemikalien hergestellt. Die Menschen ernten die Stängel mit Bedacht auf den Erhalt der Wurzeln, um ihre Lebensgrundlage durch beständige Erneuerung zu sichern. Gewoben wird auf Holzwebstühlen. Das Seewasser wird nicht durch fossile Brennstoffe und Chemikalien verschmutzt. 

 

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Valma arbeitet in Myanmar mit einer lokalen Kooperative zusammen, um Teilhabe und Gleichberechtigung in einem hierarchisch geprägten Land zu stärken.

Das Weben bietet jungen Frauen Beschäftigungsmöglichkeiten und kann sie vor zu früher Verheiratung bewahren.

Die Höhe der Löhne orientiert sich an der Kaufkraft und ist Basis für ein stabiles Einkommen. Der Lohn finanziert den Lebensunterhalt und erlaubt die Bildung von Rücklagen für zukünftige Investitionen. Gewinne aus dem Kollektionsverkauf fließen in den Aufbau einer Partnerschaft mit einer Schweizer Entwicklungshilfeorganisation in Myanmar mit dem Ziel vertrauensvollen Handel und würdige Arbeitsbedingungen zu sichern.

 

Lokal arbeitet Valma bei dieser Kollektion mit dem Heimatwerk Zürich Oberland zusammen. Die Arbeitsaufträge sind ein Anreiz und monetärer Beitrag für die lebendige Praxis von traditionellem Kunsthandwerk. Für die Fertigung des Hohlsaums wurden Nadeln in Oberitalien ausfindig gemacht, um die Technik wie im Mittelalter auf reiner Seide anzuwenden. Die delikaten und in ihrer Simplizität spektakulären Säume werden von Hand geheftet und mit einer Singer Hohlsaummaschine aus dem Jahr 1917 fertig genäht.

 

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